Chinatown und Merdeka Square
KLs älteste Viertel – Petaling-Street-Markt, koloniales Merdeka Square und der Thean-Hou-Tempel-Bezirk für einen halben Tag zu Fuß erreichbar.
Auf einen Blick
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Kuala Lumpurs ältester Stadtkern, wo Klang und Gombak zusammenfließen, ist der Ort, an dem die Stadt in den 1850er-Jahren entstand. Heute gliedert er sich in zwei unterschiedliche Viertel, die die meisten Besucher gemeinsam in einem halben Tag erkunden: das koloniale Ensemble rund um Merdeka Square im Norden und Chinatowns Petaling Street im Süden. Zu Fuß liegen sie keine 500 Meter auseinander, doch der Kontrast – Mughal-Revival-Regierungsgebäude gegenüber Ladenhäusern voller Markenfälschungen und echtem Hawker-Food – ist der prägende KL-Gegensatz.
Koloniales KL und die Bedeutung des Merdeka Square
Dataran Merdeka (Unabhängigkeitsplatz) ist der Ort, an dem am 31. August 1957 erstmals die malaiische Flagge gehisst wurde und den Union Jack ersetzte. Der 95 Meter hohe Fahnenmast am Südende des Platzes gehört zu den höchsten der Welt. Der Platz selbst ist ein weitläufiges, offenes Grün mit dem Royal Selangor Club (dem „Spotted Dog” – einem neugotischen Privatclub aus der Kolonialzeit) auf einer Seite und dem Sultan-Abdul-Samad-Gebäude (maurische Bogenfassade, Kupferkuppeln, 1897) an der Ostseite. Beide sind für Laufkundschaft nicht zugänglich, aber außergewöhnlich zu fotografieren.
Das Nationale Textilmuseum direkt daneben ist kostenlos und für alle, die sich für malaysischen Batik, Songket-Weberei und indigene Textilien interessieren, ein wirklich lohnender Stundenstopp. Klimatisiert und gut auf Englisch beschriftet.
Die City Gallery auf der Südseite des Platzes enthält ein großes Architekturmodell des gesamten KL-Stadtgebiets und einen Souvenirladen mit vernünftigen Mitbringseln. Eintritt kostenlos; der Modellraum MYR 5 (ca. USD 1,25).
Masjid Jamek, eine Moschee im maurischen Stil von 1909 am Zusammenfluss der beiden Flüsse, gehört zu den meistfotografierten Kolonialgebäuden der Stadt. Sie wurde 2023 nach langer Renovierung wieder für Besucher geöffnet; Bedeckung erforderlich (Sarongs kostenlos am Eingang). Der Uferpark daneben wurde erheblich aufgewertet und ist jetzt ein angenehmer 10-minütiger Spaziergang am Wasser entlang.
Petaling-Street-Heritage-Food-Spaziergang mit einem einheimischen Führer – Marktgeschichte, chinesische Clanhäuser und 5–6 Hawker-Stationen in zwei Stunden.Chinatown: Was einen in der Petaling Street erwartet
Petaling Street (Jalan Petaling) ist KLs ursprünglicher Chinatown-Markt. Morgens gibt es frische Produkte und Dim Sum. Am Nachmittag wandelt sich der überdachte Fußgängerbereich zum Fälschungsmarkt – Kopier-Taschen, unechte Uhren, Bootleg-Trikots. Niemand macht sich hier Illusionen. Wer echten Batik oder Kunsthandwerk sucht, findet in der Straße des Sri-Mahamariamman-Tempels (Jalan Tun H S Lee) einige seriöse Läden.
Die eigentliche Attraktion ist das Essen. Petaling Street und die umliegenden Gassen bieten einiges des besten chinesischen Hawker-Foods der Stadt:
Ah Weng Koh Hainan Tea (Stand, Petaling-Street-Morgenmarkt) – der berühmteste Teh-Tarik- und Kaya-Toast-Betrieb in Chinatown. Ab 8 Uhr wird es voll; mittags geschlossen.
Madras Lane Hawker Food – eine schmale Gasse abseits der Jalan Petaling mit Hawker-Ständen für Hokkien Mee, Curry Mee und Chee Cheong Fun. Nur zur Mittagszeit geöffnet (schließt gegen 15 Uhr). Nur Barzahlung. Einheimischen- und Stammkundenterritorium, keine Touristenkonstruktion.
Precious Old China (3 Jalan Balai Polis) – Nyonya-/Peranakan-Küche in einem restaurierten Ladenhaus. Abendreservierungen an Wochenenden ratsam. Assam Laksa (MYR 22 / ca. USD 5,50) und Char-Siu-Schweinefleisch sind verlässliche Highlights.
Kin Kin Chilli Pan Mee (mehrere Filialen, nächstgelegene an der Jalan Dang Wangi) – 20 Minuten per LRT von Chinatown, aber einen Umweg wert. Die trockene Pan Mee mit knusprigem Ikan Bilis und weich pochiertem Ei ist eine KL-Institution.
Anreise
Per LRT: Station Pasar Seni (Kelana-Jaya-Linie) ist der Hauptzugang zu Chinatown. Zwei Stationen von KLCC, MYR 1,60 (ca. USD 0,40). Von hier sind es 5 Minuten zu Fuß nach Süden zur Jalan Petaling.
Von KL Sentral: Pasar Seni liegt eine Station nördlich auf der Kelana-Jaya-Linie, oder 10 Minuten per Grab (MYR 8–12 / ca. USD 2–3).
Zu Fuß: Von Bukit Bintang nach Chinatown sind es rund 30 Minuten südwärts über die Jalan Pudu – bei Mittagshitze nicht empfohlen, aber ein angenehmer Morgen- oder Abendspaziergang. Die Fußwegverbindung von Merdeka Square aus Richtung KLCC und Bukit Bintang deckt den gesamten Innenstadtkorridor ab.
Top-Sehenswürdigkeiten
Thean-Hou-Tempel: 15 Minuten südlich von Chinatown per Grab (oder ein langer Aufstieg zu Fuß) – dieser sechsstöckige chinesische Tempel, der der Meeresgöttin Mazu geweiht ist, ist der fotogenste Tempel KLs. Am lohnendsten im Morgengrauen (7–8 Uhr, wenn der Weihrauchrauch das Licht fängt) oder am Abend vor dem chinesischen Neujahrsfest. Kostenloser Eintritt; angemessene Kleidung. Vollständiger Ratgeber unter Thean-Hou-Tempel.
Sri-Mahamariamman-Tempel: An der Jalan Tun HS Lee, 5 Minuten Fußweg von der Petaling Street – einer der ältesten und prächtigsten südindischen Tempel Malaysias (1873). Kostenloser Eintritt; Schuhe vor der Tür ausziehen. Der Tempel ist auch der zeremonielle Startpunkt der alljährlichen Thaipusam-Prozession nach Batu Caves. Ratgeber: KL-Tempel und Moscheen.
Masjid Jamek: Siehe oben. Ein wenig besuchtes Kolonialwahrzeichen, an dem die meisten Besucher einfach vorbeigehen. Das Innere mit Fliesen und Buntglas ist 20 Minuten wert.
Chan-See-Shu-Yuen-Clanhaus (Jalan Petaling, Südende): Ein restauriertes kantonesisches Clanhaus von 1906 mit einer Ausstellung zur Geschichte der chinesischen Einwanderung nach Malaya. Kostenlos; die meisten Morgen geöffnet.
Kasturi Walk: Die Fußgängerzone als Verlängerung des Chinatown-Marktes, wo Kunsthandwerksanbieter – teils wirklich ortsansässig – malaysischen Batik, Zinn und Sarawak-Perlenstickerei verkaufen. Qualität variiert, aber einen Blick wert.
KL-Versteckte-Tempel-Tour – ein ausgefallener Morgenspaziergang durch die chinesischen, indischen und malaiischen Tempelcluster, die die meisten Besucher verpassen.Praktische Tipps
Öffnungszeiten: Chinatown-Stände öffnen früh (ab 7 Uhr) und die meisten schließen bis 22 Uhr. Merdeka Square ist am eindrucksvollsten im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung – das Mittagslicht ist flach und heiß. Das Nationale Textilmuseum ist täglich 9–18 Uhr geöffnet.
Bargeld: Petaling-Street-Händler nehmen nur Barzahlung. MYR 50–80 für einen Morgen mit Essen und Schaufensterbummeln mitbringen. Geldautomaten im nahe gelegenen Central Market (Pasar-Seni-Gebäude) erheben Standardgebühren.
Kleidung: Schultern und Knie bedecken für Sri Mahamariamman Temple und Masjid Jamek. Auf den Straßen selbst gibt es keine Vorschriften.
Fotografie: Das Sultan-Abdul-Samad-Gebäude sieht im späten Nachmittag am besten aus (goldenes Licht von Westen). Bei Sonnenaufgang ist Dataran Merdeka fast leer, manchmal hängt Nebel am Flussufer – ein völlig anderes Bild als die üblichen Mittagstouristenfotos.
Petaling-Street-Fälschungen: Wer kaufen möchte: Auf rund 40–50 % des ersten Angebots herunterhandeln ist üblich. Die Waren sind offen gefälscht – auf beiden Seiten keine Illusionen.
Ehrliche Warnungen
Anmacher am Eingang der Petaling Street: Man wird mit „Sonderpreis, mein Laden”-Angeboten empfangen. Ein höfliches Ablehnen und Weitergehen genügt; sie sind nicht aggressiv.
Mittagshitze: Der überdachte Petaling-Street-Abschnitt bietet etwas Schatten, aber Merdeka Square liegt völlig offen. Beide Orte vor Mittag oder nach 17 Uhr besuchen.
Taschendiebstahl auf dem Markt: Petaling Street ist die Zone mit der höchsten Taschendiebstahlhäufigkeit im Stadtzentrum. In den belebten Nachmittagsstunden eine vorne getragene Umhängetasche oder Gürteltasche für Handy und Geldbörse nutzen.
Wie man diesen Ort in die KL-Reise einplant
Halbtages-Besuch: Um 8 Uhr an der Station Pasar Seni ankommen für den Morgenmarkt. Kaya Toast und Teh Tarik bei Ah Weng Koh, dann Nationales Textilmuseum und Merdeka Square (bis Mittag). Nach dem Mittagessen in der Madras Lane treibt die Nachmittagshitze die meisten Besucher ins Klimatisierte – das Pasar-Seni-Kunstzentrum (im Central-Market-Gebäude) ist die nächstgelegene Option.
3-Tages-KL-Reiseplan: Chinatown und Merdeka Square passen gut als Tag 2 zusammen mit dem Thean-Hou-Tempel. Tag 1 bei KLCC und Bukit Bintang, Tag 3 bei Batu Caves. Vollständiger Plan: Kuala-Lumpur-3-Tage-Reiseplan.
Mit Kindern: Die Clanhäuser und der Straßenmarkt sprechen Kinder gut an; das Nationale Textilmuseum ist ruhiger und eignet sich besser für eine Regenpause. Für Familien mit mehr Tagen in KL: KL-mit-Kindern-Ratgeber.
Häufig gestellte Fragen zu Chinatown und Merdeka Square
Lohnt sich ein Besuch der Petaling Street?
Für das Essen: eindeutig ja. Für den Markt selbst: Erwartungen dämpfen – es ist ein Fälschungsmarkt, das wird nicht verheimlicht. Die umliegenden Essensgassen (Madras Lane, die morgendlichen Hawker-Stände) sind der eigentliche Grund zu kommen.
Was ist die beste Zeit, Merdeka Square zu besuchen?
Früh morgens (7–8 Uhr) für Fotos auf leerem Gelände und in weichem Licht. Nationalfeiertag (31. August) und Merdeka-Vorabend sind festlich, aber extrem überfüllt. Mittags ist die schlechteste Zeit – kein Schatten, hartes Licht.
Kann ich das Sultan-Abdul-Samad-Gebäude betreten?
Nicht als Tourist. Das Gebäude beherbergt das Informationsministerium und ist nicht für öffentliche Besuche geöffnet. Es wird vom gegenüberliegenden Platz aus betrachtet.
Wie lange dauert ein Besuch von Chinatown und Merdeka Square?
Ein fokussierter halber Tag (4 Stunden) deckt die wichtigsten Highlights ab: morgendliches Hawker-Food, Madras Lane, Masjid Jamek, Nationales Textilmuseum und Merdeka Square. Mit dem Thean-Hou-Tempel (15 Min. per Grab) wird daraus ein voller Morgen.
Ist Chinatown sicher?
Das Viertel ist belebt und tagsüber grundsätzlich sicher. An Wochentagen nach 22 Uhr wird es deutlich ruhiger. Das Hauptrisiko ist Taschendiebstahl auf dem belebten Petaling-Street-Markt; normale Wachsamkeit ist angebracht.
Was kostet der Eintritt zur Masjid Jamek?
Der Eintritt ist kostenlos. Besucher müssen sich bedeckt kleiden (lange Hosen, bedeckte Schultern); Sarongs und Gewänder werden kostenlos am Eingang ausgeliehen.